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2000 Jahre deutscher Widerstand

Im Jahr 2009 jährte sich ein Ereignis, welches in der Öffentlichkeit wenig Beachtung findet und dabei zu den wichtigsten der Weltgeschichte gehört.

Wer war Hermann?

Hermann der Cherusker

Zur gleichen Zeit, als die Römer im südöstlichsten Teil ihres Weltreiches, in Palästina, einige Unannehmlichkeiten mit einem Mann namens Jesus hatten, bereitete ihnen im nordwestlichsten Teil ein Germane, mit römischen Namen Arminius, bei uns seit jeher als Hermann der Cherusker bekannt, Angst und Sorge.
Hermann, dessen wahrer germanischer Name unbekannt ist, war der Sohn des obersten Cheruskerfürsten, über dessen Namen ebenfalls Unklarheit besteht.

Die Cherusker, ein größerer germanischer Volksstamm, der später in den Altsachsen aufging, lebten dort, wo die norddeutsche Tiefebene an die Weser- und Leineberge stößt. So berichtete uns der römische Geschichtsschreiber Tacitus, anerkannt zuverlässig. Dieses Gebiet des germanischen Siedlungsraumes war seinerzeit von den Römern mit wechselnder Durchdringung mehr oder weniger stark beherrscht.
Hermanns Vater hatte notgedrungen einen Beistands- und "Freundschaftsvertrag" mit den Römern geschlossen.
- Wir kennen solche Art Freundschaftsbeweise ja gut aus heutiger Zeit, wo die Machtbestrebungen des amerikanischen Weltreiches denen des römischen Weltreiches vor 2000 Jahren sehr ähneln. -
Zum Beweise der "Freundschaft" hatte Hermanns Vater seine beiden Söhne, nämlich Arminius (Hermann) und Flavus, mit Beinamen Blonder, wie damals üblich, als Fürstengeiseln in römische Hand gegeben. Hermann, als Offizier mit hohen römischen Würden ausgestattet, befehligte die cheruskerischen Hilfstruppen des römischen Heeres mehrere Jahre auf Feldzügen. Dann kehrte er nach dem Tode seines Vaters, nun als oberster Fürst der Cherusker, in die Heimat zurück. Der jüngere Bruder Flavus, inzwischen überzeugter Römling, im Kampf ein Auge verloren, blieb in römischen Diensten.

Hermann, besonders durch seine Mutter vom heiligen Recht des Vaterlandes überzeugt, war von der ererbten Freiheit und den Göttern des innersten Germaniens durchdrungen. Er bereiste nun die deutschen Lande und rief heimlich zur Erhebung auf, denn die Wut auf die Besatzer wegen der Einführung von Steuern und römischen Recht quoll über. An den Vertrag, der auf dem Namen seines Vaters fußte, war Hermann nicht mehr gebunden. Varus, den Stadthalter Roms in Germanien, an dessen Tafel er als ehemaliger römischer Ritter oft saß, wiegte er in Sicherheit. Selbst Segest, Hermanns Schwiegervater, wohl auch ein Fürst der Cherusker, aber überzeugter Römling, der Varus vor Hermann warnte, konnte die Sorglosigkeit des Varus nicht erschüttern. Mit Segest war Hermann schwer zerstritten, denn er hatte dessen Tochter Thusnelda entführt, gegen Segests Willen geheiratet und mit ihr den Sohn Thumelicus.

Die Hermannschlacht brach nun im Jahre 9 nach Christi, also vor genau 2000 Jahren, aus. Höchstwahrscheinlich in der Vollmondnacht vor dem 23. September, der Tag- und Nachtgleiche. Dieser Zeitpunkt konnte von langer Hand geplant werden und war unverdächtig, da es Sitte war sich dann zu versammeln. Es ist fraglich, ob wir jemals Sicherheit über den Ort der Schlacht gewinnen. Ob am heutigen Hermannsdenkmal, in Kalkriese, in Horn oder im Raum Hildesheim.
Die Schlacht hat im Cheruskerland stattgefunden und Hermann hat gesiegt, also die Hermannschlacht und nicht die Varusschlacht. Germanien rechts des Rheins behielt seine Freiheit, seine Sprache, sein Recht und seinen Glauben. Ohne diesen Sieg hätten wir keine deutsche Kultur und auch kaum eine nordgermanisch-skandinavische.

Vieles in unserer Umgebung deutet auf diese Geschehnisse hin. Hermann sprach oft vom innersten Germanien. Die Innerste durchfließt Hildesheim. Der Hildesheimer Silberfund ist römisch und kann nur eine Beute dieser Zeit sein. Der Name des Dorfes Segeste ist gleich dem Namen Segest, dem Schwiegervater Hermanns. Ebenfalls im Raum südlich Hildesheims liegt der Ort Irmenseul, gleich geschrieben und gesprochen mit dem germanischen Heiligtum Irminsul, wovon ein Teil jetzt noch im Hildesheimer Dom zu finden ist.

Die Hermannschlacht war nicht das Ende der Kämpfe. Die Römer kamen noch mehrmals wieder, sogar mit Schiffen über die Nordsee und dann die Ems und Weser hinauf. Hermann trat ihnen immer entgegen, zuletzt auf den Weserwiesen im Raum Hameln/Rinteln. Wenngleich nicht immer als Sieger, so fügte Hermann den Römern so hohe Verluste zu, daß Kaiser Tiberius, der Nachfolger des Augustus, welcher letztere noch den Schrecken des Jahres 9 erlebt hatte, den Plan der Eroberung Germaniens gänzlich aufgab und seinen Feldherrn Germanicus, einen Sohn des Drusus, nach Rom zurückberief. Dieser münzte seinen Misserfolg in einen großen Triumphzug in Rom um, bei dem auch Thusnelda und Thumelicus in Anwesenheit von Segest vorgeführt wurden, welches man aus den alten Nachrichten fassungslos vernimmt.

Die Cherusker und später auch die Altsachsen hatten als Führer keinen König, sondern einen Herzog, der nur zu einem Heerzug vom Volk mit Macht ausgestattet wurde. Die Markomannen, Urväter der Bayern, aber hatten einen König mit Namen Marbod, der schon vor den Cheruskern gegen die Römer kämpfte, aber bei der Hermannschlacht und danach seinen Beistand versagte. Gegen ihn kämpfte dann Hermann noch zur Zeit als Germanicus seinen Triumphzug in Rom durchführte; leider ein Bruderkrieg. Hermann wurde nun vorgeworfen, er wolle sich zum König aufschwingen, was zu inneren Streitigkeiten führte, in deren Verlauf Hermann etwa im Jahre 20 in seinem 38. Lebensjahr von Verwandten ermordet worden sein soll. Die ewige Uneinigkeit der Germanen tritt hier klar hervor und wird nirgendwo deutlicher, als in dem berühmt, berüchtigtem Streitgespräch Hermanns mit seinem Bruder Flavus vor Beginn der letzten Schlacht über die Weser hinweg, wo sie sich gegenseitig der Untreue bezichtigten. Der eine Bruder der Untreue gegen die Staats- und Besatzungsmacht Rom, der andere Bruder der Untreue gegen die Götter des innersten Germaniens und gegen die eigene Mutter als Wahrerin der alt überlieferten Sitten und Gesinnung.

Tacitus zieht den klaren Schluß: "Arminius (Hermann) war ohne Zweifel Befreier Germaniens, der nicht wie andere Fürsten und Feldherren das römische Volk in dessen Anfängen anging, sondern die Weltmacht auf der Höhe ihrer Macht. In Schlachten von wechselndem Glück, im Kriege unbesiegt. 37 Jahre des Lebens, 12 Jahre der Macht erlebte er. Er wird besungen bis heut' bei den germanischen Völkern."

Dies war die Hermannsschlacht, eine militärische Auseinandersetzung mit Freiheitskämpfern auf der Einen, geführt von Hermann dem Cherusker, einem germanischen Fürsten, und fremden Elitesoldaten auf der anderen Seite, geführt von Varus, einem römischen Statthalter. Diese Schlacht ereignete sich vor genau 2000 Jahren in unseren niedersächsischen Wäldern und hat die Geschichte der Welt bis heute nachhaltig verändert.

Im Jahre 9 nach Chr. passierte das, was seinerzeit sicher für schier unmöglich gehalten wurde. Die unbesiegbare Weltmacht Rom verlor ein achtel ihrer gesamten Truppen in einer der blutigsten Schlachten, die die Antike je gesehen hat. Rund 20.000 römische Elitesoldaten wurden von germanischen Kriegern vernichtend geschlagen. Die Supermacht Rom sollte sich nie wieder von dieser Niederlage erholen.

Wer war Varus?

Wer war Varus?

Varus hieß mit vollem Namen Publius Quinctilius Varus und ist 42 v. Chr geboren. Er entstammt aus einer der ältesten und vornehmsten Familien Roms, den Quinctiliern. Durch seine Heirat mit Vipsania Marcelle wurde er ein Verwandter des berühmten römischen Kaisers Augustus, den er auch auf seiner Orientreise begleitete. Er war Konsul im Jahre 13 v. Chr. und hatte danach Funktionen in den Provinzen Afrika und Syrien inne. Syrien galt zu dieser Zeit als eine der wichtigsten kaiserlichen Provinzen.
Er galt als Fachmann für Militär und Verwaltung. Nach seiner Rückkehr nach Rom aus Syrien und dem Tode seiner damaligen Frau heiratete er wiederum eine Großnichte des Kaisers Augustus Claudia Pulchra. Ab 7 n. Chr. war er Oberbefehlshaber der Rheinarmee und Statthalter in Germanien und befehligte die römischen Truppen im Sommerlager. Er hatte als Statthalter der Provinz Syrien Erfahrungen gesammelt, schlug in Judäa Unruhen nieder, die nach dem Tod von König Herodes des Großen 4 v. Chr. entflammten und ließ auf einen Schlag zweitausend Aufständige kreuzigen. Die, vor allem unter Tiberius' Feldzug eroberten, Gebiete in Germanien versuchte Varus als richtige Provinz einzurichten, also auch systematisch Steuern einzutreiben und die römische Rechtsprechung einzuführen.
Allerdings war seine Vorgehensweise nicht besonders geeignet die Germanen als Untertanen Roms zu gewinnen. Die Cherusker beispielsweise waren seit 4 n. Chr. Bundesgenossen Roms und damit lediglich zu militärischen Diensten verpflichtet. Varus hingegen behandelte die Germanen wie Unterworfene, er erhob außergewöhnlich hohe Steuern und mit Anwendung der Todesstrafe setzte er sich über ihre religiöse Ordnung hinweg, da ihr Vollzug traditionell vom Ratschlag ihrer Priester abhängig war.
Dies alles wurde ihm im Jahre 9 n. Chr. zum Verhängnis, obwohl er konkrete Warnungen erhielt traf er bei seinem Heereszug keinerlei Vorsichtsmaßnahmen. Als er mit seinen drei Legionen auf den Rückweg in sein Winterlager war, geriet er in einen Hinterhalt - die Schlacht im Teutoburger Wald. Die Germanen schlugen ihn nieder, dieses galt als eine der größten römischen Niederlagen. In dieser Schlacht mussten sie Verluste von drei Legionen und ebenso vielen Reiterstaffeln hinnehmen. Varus selbst nahm sich noch während der Kampfhandlungen auf dem Schlachtfeld das Leben.

Als die Römer nach Germanien vordrangen und hier eine ihrer zahlreichen Provinzen errichteten, brachten sie das natürliche Gleichgewicht Germaniens durcheinander. Neben dem römischen Recht, welches gänzlich im Gegensatz zur sagenumwobenen germanischen Freiheit stand, führte die römische Fremdherrschaft zu einer Reihe anderer Probleme. Die Siedlungspolitik der Römer sollte eine dauerhafte Festsetzung im Norden Europas ermöglichen und so wurden in kurzer Zeit Städte aus dem Boden gestanzt, in denen die Fremden das Sagen hatten. Wer sich ihrem Rechtsempfinden nicht unterordnen konnte oder wollte, mußte mit harten Strafen rechnen.

Material

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Um die Menschen auf das 2000jährige Jubiläum der Hermannsschlacht aufmerksam zu machen verteilten wir im Jubiläumsjahr 2009 in Niedersachsen und ganz Norddeutschland tausende kostenlose Postkarten. Zum einen sollten sie als hübsches Andenken an dieses einmalige und denkwürdige Jubiläum dienen, zum anderen sollten sie zum Nachdenken anregen, was unsere Vorväter erlitten um uns unser heutiges Leben zu ermöglichen und dass wir es unseren Kindern und zukünftigen Generationen schuldig sind dieses Andenken in Ehren zu halten und es zur Grundlage unseres Handelns erheben.

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Wir danken allen, die mitgeholfen haben, Hermann wieder in das Gedächtnis der Menschen zu bringen!

Für Varus, den Gegenspieler Hermanns, sind „die Germanen wilde Tiere die mit Menschen nur Stimme und Körperbau gemein haben“ wie der Chronist Paterkulus überliefert. So verwundert es nicht das aus der Zeit römischer Fremd- und Unterdrückungsherrschaft zahlreiche besonders grausame Hinrichtungen von „Barbaren“ bekannt sind.

Doch im Jahr 9 n. Chr. wagen die Germanen endlich den Freiheitskampf.

Zitate

Zitate

"Er war unbestritten der Befreier Germaniens." (liberator haud dubie Germaniae)
Tacitus, römischer Historiker und Senator

"Die griechische Geschichtsschreibung kennt ihn nicht, und bei den Römern spielte er nicht die ihm gebührende Rolle, da wir die alte Geschichte rühmend hervorheben und der neuen gleichgültig gegenüberstehen."
Tacitus, römischer Historiker und Senator

"Damals gab es einen jungen Mann von vornehmer Abstammung, der persönlich tapfer, schnell von Begriff und über das Maß der Barbaren hinaus begabt war; er hieß Arminius, der Sohn Sigimers, eines Fürsten dieses Stammes."
Velleius, römischer Historiker

"Will uns die deutsche Kunst einen erhabenen Begriff von Freiheit bildlich geben, so soll sie unsern Hermann, den Erretter des Vaterlandes, darstellen, stark und groß, wie ihn das Nibelungenlied unter den Namen Siegfried nennt, der kein anderer als unser Hermann ist."
Carl Courtin: Carl Ludwig Sands letzte Lebenstage und Hinrichtung. Frankenthal 1821, S. 21 (zitiert nach Ulrich Schulte-Wülwer, Das Nibelungenlied in der deutschen Kunst und Kunstliteratur zwischen 1806 und 1871. Phil. Diss. Kiel 1974, S. 74).

"Wenn Hermann nicht die Schlacht gewann / mit seinen blonden Horden / so gäb' es die deutsche Freiheit nicht mehr / wir wären römisch geworden!"
Heinrich Heine: Deutschland. Ein Wintermärchen. Kap. 11

"Aber singt mir nun das Lied derer, die ihr Vaterland mehr als ihr Leben liebten. Denn ich sterbe! Alle: O Vaterland! O Vaterland! Mehr als Mutter, und Weib und Braut! Mehr als blühender Sohn Mit seinen ersten Waffen!"
Henning Buck: Der literarische Arminius - Inszenierungen einer sagenhaften Gestalt. In: Wolfgang Schlüter (Hrsg.): Kalkriese - Römer im Osnabrücker Land: Archäologische Forschungen zur Varusschlacht. Bramsche 1993, S. 267-281, hier S. 273

"Heil dem Helden Armin. Auf den Schild hebet ihn. Zeigt ihn den unsterblichen Ahnen: Solche Führer wie den gib uns, Wodan, mehr - und die Welt, sie gehört den Germanen!"
Zitiert nach Reinhard Wolters: Die Römer in Germanien. München 2004, S. 115

"Hermann der Cherusker ist heute das leuchtende Beispiel der deutschen Freiheitsbewegung. In unseren Adern fließt auch heute noch sein Blut; in unseren Herzen schlummert sein Geist und in unserem Geiste gedeiht seine Idee - die Idee eines freien Europas unabhängiger und souveräner Völker!"
ag-schwaben.net

2000 Jahre danach gibt es wieder schlimme Mißstände in Deutschland. Weltwirtschaftskrise, Überfremdung, Massenarbeitslosigkeit und Bildungsabbau beuteln die Menschen und viele haben scheinbar den Mut verloren um dagegen vorzugehen. Ist uns da nicht Hermann ein Vorbild, der es gewagt hat dem mächtigsten Gegner entgegenzutreten und das schier Unmögliche geschafft hat? Hermann hat uns vorallem eins gezeigt: Es ist falsch wenn wir annehmen, wir könnten nichts ändern.

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Mit unserer Kampagne haben wir dazu beigetragen Hermann den Cherusker zum 2000jährigen Jubiläum seines Sieges aus den Nebeln der Geschichte in das Gedächtnis der Menschen zurückzuholen. Er soll uns Vorbild sein und uns zum Einsatz für Deutschland mahnen.

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